Wege gehen, wenn Sie entstehen

Es ist immer ein besonderes Vergnügen, neue Wege zu erkunden. Noch spannender ist es jedoch, wenn man eine Vorstellung von einem Ziel hat. Ich meine wirklich, die Vorstellung von einem Ziel. Es ist ein Phantom, das in Umrissen, wie in einem Nebel im Kopf herumschwirrt. Es ist das Gefühl, näher herangehen zu müssen, um ein klareres Bild zu bekommen. Aber das würde bedeuten, auf etwas loszumarschieren, das man nicht kennt. Sich in Bewegung zu setzen und sich ins Ungewisse aufzumachen. Ein Risiko – verbunden mit einem diffusen Angstgefühl. Die Alternative ist stehenzubleiben und darauf zu warten, dass sich das Ziel entweder von selbst erledigt, oder – was eher unwahrscheinlich ist – dass das Ziel auf einen zukommt. Aber es gibt noch eine weitere Alternative: Abwarten, bis sich eine Möglichkeit ergibt, den ersten Schritt in die gewünschte Richtung zu gehen, der risiko- und damit angstärmer erscheint. Das bedeutet im Klartext: Aufmerksam bleiben, die Gunst der Stunde nutzen, losgehen.

Es war ein sonniger Sommermorgen auf 1800 m in den Nockbergen. Nur wenige Wanderer verirren sich auf die Almen und Berge um das Hochrindl. Bretthöhe und Lattersteig sind Gipfel mit rund 2000 m, die Almen liegen jenseits der Baumgrenze. Noch vor einigen Jahren wurde hier intensive Almwirtschaft betrieben, Hütten luden hungrige und durstige Wanderer ein, kulinarische Rast zu machen. Mit dem Verschwinden der Hütten blieben auch die Wanderer aus, Stacheldrahtzäune grenzen ehemalige Wege ab. Noch immer werden Kühe von Bauern über den Sommer auf die Alm gebracht. Mutterkühe mit ihren Kälbern verbringen hier eine fliegen- und bremsenfreie Zeit. Die Bauern kommen nur von Zeit zu Zeit auf die Alm, um nach dem Rechten zu sehen, neugeborenen Kälbern ihre Ohrmarken anzuklipsen oder Kuh-Leckerlies zu verteilen. Am Berg selbst wird keine Milch mehr verarbeitet, die Hütten stehen verlassen und verfallen nach und nach.

Gerade von einer Hütte wurde mir immer wieder erzählt, die in früheren Jahren Einkehrmöglichkeit vieler Wanderer war: die Schafferalm. In keinem Online- und Printportal ist die Wanderroute mehr zu finden. Sie ist wie ein Phantom, ein Bild, das im Kopf herumschwirrt, das man unbedingt entdecken und entzaubern möchte. Die Reise kann beginnen.

Zäune sind Grenzen oder Türen

Die Entdeckungsreise zur Schafferalm (die verlassene Alm, wie ich sie im Stillen nenne) beginnt an jenem sonnigen Sommermorgen. Die Wettervorhersage in den Bergen ist stabil gleichbleibend: Gewitter am Nachmittag. Es bleibt daher nur ein kleines Zeitfenster, um die mystische Alm zu entdecken. Die Wanderung beginnt beim „Weißen Kreuz“. Von den Altvorderen hört man, dass von hier aus immer nach links gehend der Wanderweg zur Schafferalm geht. Das Weiße Kreuz ist gut erreichbar. Eine Wanderautobahn, die von den letzten Zirben- und Lerchenwäldern direkt zur Baumgrenze führt. Aber rechts weg – hier gibt es keinen Weg. Nur einen der unzähligen Stacheldrahtzäune, die Kuhherden am Verlassen und Wanderer am Betreten des Almabschnitts hindern sollen.

„Ein Zaun ist eine Grenze. Oder eine Tür. Es kommt auf die Perspektive an.“

In der Zwischenzeit bin ich darin von meinem Mann dahingehend trainiert worden, Stacheldrahtzäune entweder zu übersteigen, weil man sie mit dem Wanderstock tief genug hinunterdrückt oder auch zu durchkriechen, wenn man sie mit eben jenem hoch genug hochhebt. Die elegantere Alternative ist entlang des Zaunes nach der imaginären Tür zu suchen: Ein Doppelzaunpfosten, bei dem der Stacheldraht aufgebunden werden kann und sich eine Tür öffnen lässt. Die Analyse des Zeit-Raum-Kontinuums erfolgt blitzschnell: Wenn es richtig ist, dass hier einmal der Weg verlaufen ist (und die Altvorderen kennen die Wahrheit – auch wenn sich die Wahrheit und Wirklichkeit manchmal im Laufe der Zeit verändern kann), kann man dann davon ausgehen, dass es sich zeitlich ausgeht bis zur Schafferalm zu gelangen, ohne direkt in das Gewitter zu laufen? Die Analyse zeigt: Das Risiko ist zu hoch. Es ist besser abzuwarten, bis sich eine bessere Chance ergibt, neue Wege zu gehen.

 

Mit vielen kleinen Schritten ans Ziel

Die verlassene Alm spukt noch immer im Kopf herum. In der Zwischenzeit ist es vielmehr der Weg dorthin, der eine Abenteuerreise verheißt. Die Wetterprognose zeigt noch immer stabil: Gewitter am Nachmittag. Aber als agiler Mensch hat man sich angepasst: Einfach früher weggehen, dann ist man vor dem Gewitter wieder in der sicheren Hütte. Der zweite Anlauf führt wieder zum Weißen Kreuz, rechts weg, direkt unter einem Stacheldrahtzaun durch. Ein schmaler ausgetretener Weg verläuft quer über den Hang. Durch bodenbedeckende Latschen, Almkräuter, um Kuhhaufen herum, durch Zirbenwälder und wieder hinaus. Kleine Bäche laufen den Hang herunter. Magische Stille umschließt die Wanderung. Voller Neugier ein Schritt nach dem anderen.

Der Weg ist nichtssagend, anstrengend, weil quer zum Hang verlaufend und teilweise monoton. Ein Schritt nach dem anderen, immer wieder Stacheldrahtzäune als fragende Hindernisse: Willst du diese Grenze wirklich überschreiten? Bin ich dir Grenze oder Tor? Die Wanderung geht weiter.

Ein Weg taucht auf, der zum Gehen einlädt, weil von vielen anderen schon gespurt. Fast zu einfach. Und dann irgendwann kommt die Schafferalm, bewacht von einer neugierigen Kuhherde. Soll das alles gewesen sein? Nein, natürlich nicht. Den im inneren triumphiert das Ego: Man ist aufgebrochen, hat Wege gesucht, sie entstehen lassen, ist ihnen gefolgt und hat das Ziel erreicht. Die Schafferalm liegt in der Nähe des Gurkursprungs. Auch deshalb erscheint sie so interessant. Neben der verlassenen Alm entdeckt man den Quellursprung eines Bächleins, das einmal zu einem mächtigen Fluss wird. Was der Bach aber zu dieser Zeit noch gar nicht weiß. Er schlängelt sich einfach durch und hat noch keine Ahnung davon, was er in seinem Fließen alles erleben wird. Aber das ist eine andere Geschichte.

 

Interventionsarchitektur bei Veränderungsprozessen

Damit Unternehmen im Wettbewerb bestehen können, müssen ihre Führungskräfte Veränderungen aktiv einleiten und steuern. Das dynamische Verhalten von Markt und Unternehmen erschwert die Intervention und führt zu individuellen Gestaltungsüberlegungen und Vorgehensmodellen.

Die heutigen Herausforderungen haben sich bereits Anfang der 2000er abgezeichnet. Auf der Suche nach passenden Vorgehensmodellen und vor allem der Steuerungsmöglichkeit durch Führungskräfte habe ich meine Dissertation verfasst, die beim Deutschen Universitätsverlag, Gabler Edition Wissenschaft im Mai 2005 veröffentlicht wurde.

 

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Seminar: Führung in turbulenten Zeiten

Termin: 12. -13. Oktober 2017

Ort: Seminarhotel Retter, 8225 Pöllauberg 88, www.retter.at

Ausgangssituation

Die radikalen Veränderungen der Arbeits- und Wirtschaftswelt stellen Führungskräfte vor neue Herausforderungen. Dynamische und komplexe Rahmenbedingungen erschweren Entscheidungen – und die Ergebnisse schrammen oft an den geplanten Zielvorstellungen vorbei. Umsetzungen funktionieren nicht wie geplant, die Komplexität und Dynamik im Umfeld und in der Organisation erschweren es, gelassen und souverän eine strategische Gesamtorientierung zu entwerfen und umzusetzen. Führung wird zum entscheidenden Kriterium für Erfolg oder Misserfolg jedes Unternehmens!

Von der Zukunft her führen

Heute treffen wir Entscheidungen, indem wir die Fehler der Vergangenheit analysieren, Schlüsse daraus ziehen und Maßnahmen für die Zukunft ableiten. Diese klassische Strategie funktioniert nicht mehr! Um in Umbruchszeiten erfolgreich zu führen, muss man beginnen Entscheidungen von der Zukunft her denken. Wie also kann man aus der Zukunft lernen und daraus Erkenntnisse für das Heute ableiten?

Zeitgemäße Führungsmethoden und -instrumente

Die „Theorie U“ von Claus Otto Scharmer (Wissenschafter am MIT, Gewinner des europäischen Bildungspreises 2016) ist eine Methode, um im Wandel zu führen. Dabei werden die erfolgreichsten Innovationstechniken in einen ganzheitlichen Lernprozess integriert. Sie lernen im Seminar das eigene (organisatorische) Mindset zu identifizieren, neue Wahrnehmungsstrategien zu entwickeln, Presencing (von der Zukunft lernen), Design thinking, Crystallizing und Prototyping anzuwenden. Sie erweitern dabei Ihre persönlichen Führungskompetenzen im Change Management und im Management von Innovationsprozessen.

Für wen ist dieses Seminar interessant?

Für Führungskräfte, die eine zeitgemäße Führungstechnik verstehen und anwenden möchten, um die steigende Komplexität im Führungsalltag besser bewältigen zu können.

Für Führungskräfte, die neue Sichtweisen, Ideen und Impulse für ihre persönliche Entwicklung und zur strategischen Führung ihrer Organisation erhalten möchten.

Details zum Seminar

 

Nala in der Toskana

Mit meiner Labradorhündin Nala auf Reisen in der Toskana – wie immer ein Erlebnis für sich..