Was bedeutet Digitalsierung für Change Manager

Digitalisierung und Change Management

Manchmal denke ich mir als Beraterin, die schon vieles in ihrem Berufsleben gesehen und erlebt hat, dass es eigentlich nichts mehr Neues geben kann. Aber das Leben ist ein buntes und birgt doch immer wieder Überraschungen. Kontradieff hat es aber bereits dargelegt: wir steuern mitten hinein in den   6. Kontradieff-Zyklus.  Und der bringt – wie schon alle anderen zuvor – einige Veränderungen mit sich. Und damit die Frage: Was bedeutet Digitalisierung für das Change Management.

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Motivation im Change Management

Motivation im Change

Ich dachte ja wirklich, dass man zum Thema Change Management in der Zwischenzeit alles erhoben hat, was geht. Aber es gibt doch immer wieder Überraschungen.

Sichtbare Erfolge im Change als Motivation

Motivation im Change bedeutet: Wir wollen etwas tun. Wir wollen erleben, dass sich die Anstrengungen gelohnt haben. Klar, es geht auch um den inneren, mentalen Prozess. Und um Veränderung der Kultur. Diese Prozesse brauchen aber ihre Zeit und lassen sich nur schwer beschleunigen oder gar auf Knopfdruck umsetzen. Parallel dazu möchten Menschen aber in Gang bleiben und ihre Fähigkeiten beweisen. Und auch sichtbare Erfolge sehen, um durchzuhalten. Wer kennt das nicht von sich selber, wenn er eine Diät angefangen hat und sehen möchte, dass ein paar Kilos rollen – sonst wird es schwer, bei der Stange zu bleiben. 

Die Zeit“ hat sich in einer Studie 2016 / 2017 (in Kooperation mit dem Institut für angewandte Sozialforschung)  das Thema Motivation im  Change Management  noch einmal genau angesehen. Ein Ergebnis dabei: Menschen im Change brauchen immer wieder kurzfristige Erfolge und sichtbare Lösungen, damit sie Motivation nicht verlieren.

Nicht umsonst hat beispielsweise Kotter  (Leading Change – 8 Schritte der Veränderung (John Kotter – leading Change) in Change Modellen „Quick-eins“ eingebaut. Schnelle Resultate, mit wenig Aufwand erzielbar. Überschaubarer Einsatz mit großer Wirkung. Quick wins sind Meilensteine in einem Projekt, Teilprojekterfolge, Aufgabenpakete innerhalb eines großen Veränderungsprojektes. 

Wie sieht ein Quick win konkret aus?

Ich nutze  Quick-wins selbst in der Gestaltung von Change Designs. Als Beispiel erzähle ich Ihnen von einer Veranstaltung der Changenova GmbH, die einen unternehmensweiten Change Prozess über zwei Jahre umsetzt:

Der Raum ist zum Bersten gefüllt. Murmeln, Tellerklappern, Stühlerücken. Die Mitarbeiter der Changenova GmbH warten gespannt auf die nächsten zwei Stunden. „Wir möchten Ihnen gerne den Fortschritt unseres großen Digitalisierungsprojektes vorstellen. Sie sind herzlich eingeladen, mit dem Projektteam des Arbeitspaktes „Prozesse neu“ den Abschluss des Teilprojektes zu feiern. Im Anschluss gibt es ein kleines Buffet.“ Kein „Ihr-müsst-kommen-weil-der-große-Vorstandsvorsitzende-da-ist“, einfach eine Einladung. Ein wichtiges Instrument sind Veranstaltungen, Sounding boards, Meilensteinmeetings. Beteiligte werden vom Projektteam eingeladen. Jedem ist dabei klar: Wenn ich hier nicht hingehe, dann erfahre ich nicht, wie es weitergeht und kann nicht mitreden. Aber auch: ich bin Teil des Projektes, meine Meinung ist wichtig, ich kann die Erfolge mitfeiern.

 Quick wins inszenieren

Die Motivation ist umso höher, je gezielter die Vorbereitung auf den Quick win erfolgt. Ein Projektleiter für den Change kann hier aus dem Vollen der Projektmarketingtools schöpfen: Ein Einladungstext der neugierig macht. Verbreitung via email, Intranet, Postkärtchen auf den Arbeitsplatz. Ein gut vorbereitetes Design mit einer Präsentation des Projektteams. Den Erfolg durch Grafiken, Poster sichtbar machen. Meinungen mit kreativen Tools abfragen. Für Stimmung sorgen. Dramaturgie vom feinsten und ein bisschen trara sind hier angesagt. Man versucht schließlich darauf aufmerksam zu machen: wir haben gemeinsam was Tolles geschaffen. Der Ausklang mit einem gemeinsamen Kaffee, am Abend auch etwas Prosecco, ein paar Brötchen oder Kuchen. Ziel erreicht, Veränderung sichtbar gemacht, Quick Win gefeiert, weitermachen schmackhaft gemacht.

Übrigens: Die Veranstaltung der Changenova GmbH war ein voller Erfolg. Es kamen mehr Menschen, als vom Projektteam erhofft, die Stimmung war gut und es wurde noch Wochen später über diese Veranstaltung geredet. „Weil so etwas hat es bei uns noch nicht gegeben!“

Mehr zum Thema Projektmanagement? Lesen Sie mehr unter Die Kunst, Projekte zum Scheitern zu bringen

Wege gehen, wenn Sie entstehen

Es ist immer ein besonderes Vergnügen, neue Wege zu erkunden. Noch spannender ist es jedoch, wenn man eine Vorstellung von einem Ziel hat. Ich meine wirklich, die Vorstellung von einem Ziel. Es ist ein Phantom, das in Umrissen, wie in einem Nebel im Kopf herumschwirrt. Es ist das Gefühl, näher herangehen zu müssen, um ein klareres Bild zu bekommen. Aber das würde bedeuten, auf etwas loszumarschieren, das man nicht kennt. Sich in Bewegung zu setzen und sich ins Ungewisse aufzumachen. Ein Risiko – verbunden mit einem diffusen Angstgefühl. Die Alternative ist stehenzubleiben und darauf zu warten, dass sich das Ziel entweder von selbst erledigt, oder – was eher unwahrscheinlich ist – dass das Ziel auf einen zukommt. Aber es gibt noch eine weitere Alternative: Abwarten, bis sich eine Möglichkeit ergibt, den ersten Schritt in die gewünschte Richtung zu gehen, der risiko- und damit angstärmer erscheint. Das bedeutet im Klartext: Aufmerksam bleiben, die Gunst der Stunde nutzen, losgehen.

Es war ein sonniger Sommermorgen auf 1800 m in den Nockbergen. Nur wenige Wanderer verirren sich auf die Almen und Berge um das Hochrindl. Bretthöhe und Lattersteig sind Gipfel mit rund 2000 m, die Almen liegen jenseits der Baumgrenze. Noch vor einigen Jahren wurde hier intensive Almwirtschaft betrieben, Hütten luden hungrige und durstige Wanderer ein, kulinarische Rast zu machen. Mit dem Verschwinden der Hütten blieben auch die Wanderer aus, Stacheldrahtzäune grenzen ehemalige Wege ab. Noch immer werden Kühe von Bauern über den Sommer auf die Alm gebracht. Mutterkühe mit ihren Kälbern verbringen hier eine fliegen- und bremsenfreie Zeit. Die Bauern kommen nur von Zeit zu Zeit auf die Alm, um nach dem Rechten zu sehen, neugeborenen Kälbern ihre Ohrmarken anzuklipsen oder Kuh-Leckerlies zu verteilen. Am Berg selbst wird keine Milch mehr verarbeitet, die Hütten stehen verlassen und verfallen nach und nach.

Gerade von einer Hütte wurde mir immer wieder erzählt, die in früheren Jahren Einkehrmöglichkeit vieler Wanderer war: die Schafferalm. In keinem Online- und Printportal ist die Wanderroute mehr zu finden. Sie ist wie ein Phantom, ein Bild, das im Kopf herumschwirrt, das man unbedingt entdecken und entzaubern möchte. Die Reise kann beginnen.

Zäune sind Grenzen oder Türen

Die Entdeckungsreise zur Schafferalm (die verlassene Alm, wie ich sie im Stillen nenne) beginnt an jenem sonnigen Sommermorgen. Die Wettervorhersage in den Bergen ist stabil gleichbleibend: Gewitter am Nachmittag. Es bleibt daher nur ein kleines Zeitfenster, um die mystische Alm zu entdecken. Die Wanderung beginnt beim „Weißen Kreuz“. Von den Altvorderen hört man, dass von hier aus immer nach links gehend der Wanderweg zur Schafferalm geht. Das Weiße Kreuz ist gut erreichbar. Eine Wanderautobahn, die von den letzten Zirben- und Lerchenwäldern direkt zur Baumgrenze führt. Aber rechts weg – hier gibt es keinen Weg. Nur einen der unzähligen Stacheldrahtzäune, die Kuhherden am Verlassen und Wanderer am Betreten des Almabschnitts hindern sollen.

„Ein Zaun ist eine Grenze. Oder eine Tür. Es kommt auf die Perspektive an.“

In der Zwischenzeit bin ich darin von meinem Mann dahingehend trainiert worden, Stacheldrahtzäune entweder zu übersteigen, weil man sie mit dem Wanderstock tief genug hinunterdrückt oder auch zu durchkriechen, wenn man sie mit eben jenem hoch genug hochhebt. Die elegantere Alternative ist entlang des Zaunes nach der imaginären Tür zu suchen: Ein Doppelzaunpfosten, bei dem der Stacheldraht aufgebunden werden kann und sich eine Tür öffnen lässt. Die Analyse des Zeit-Raum-Kontinuums erfolgt blitzschnell: Wenn es richtig ist, dass hier einmal der Weg verlaufen ist (und die Altvorderen kennen die Wahrheit – auch wenn sich die Wahrheit und Wirklichkeit manchmal im Laufe der Zeit verändern kann), kann man dann davon ausgehen, dass es sich zeitlich ausgeht bis zur Schafferalm zu gelangen, ohne direkt in das Gewitter zu laufen? Die Analyse zeigt: Das Risiko ist zu hoch. Es ist besser abzuwarten, bis sich eine bessere Chance ergibt, neue Wege zu gehen.

 

Mit vielen kleinen Schritten ans Ziel

Die verlassene Alm spukt noch immer im Kopf herum. In der Zwischenzeit ist es vielmehr der Weg dorthin, der eine Abenteuerreise verheißt. Die Wetterprognose zeigt noch immer stabil: Gewitter am Nachmittag. Aber als agiler Mensch hat man sich angepasst: Einfach früher weggehen, dann ist man vor dem Gewitter wieder in der sicheren Hütte. Der zweite Anlauf führt wieder zum Weißen Kreuz, rechts weg, direkt unter einem Stacheldrahtzaun durch. Ein schmaler ausgetretener Weg verläuft quer über den Hang. Durch bodenbedeckende Latschen, Almkräuter, um Kuhhaufen herum, durch Zirbenwälder und wieder hinaus. Kleine Bäche laufen den Hang herunter. Magische Stille umschließt die Wanderung. Voller Neugier ein Schritt nach dem anderen.

Der Weg ist nichtssagend, anstrengend, weil quer zum Hang verlaufend und teilweise monoton. Ein Schritt nach dem anderen, immer wieder Stacheldrahtzäune als fragende Hindernisse: Willst du diese Grenze wirklich überschreiten? Bin ich dir Grenze oder Tor? Die Wanderung geht weiter.

Ein Weg taucht auf, der zum Gehen einlädt, weil von vielen anderen schon gespurt. Fast zu einfach. Und dann irgendwann kommt die Schafferalm, bewacht von einer neugierigen Kuhherde. Soll das alles gewesen sein? Nein, natürlich nicht. Den im inneren triumphiert das Ego: Man ist aufgebrochen, hat Wege gesucht, sie entstehen lassen, ist ihnen gefolgt und hat das Ziel erreicht. Die Schafferalm liegt in der Nähe des Gurkursprungs. Auch deshalb erscheint sie so interessant. Neben der verlassenen Alm entdeckt man den Quellursprung eines Bächleins, das einmal zu einem mächtigen Fluss wird. Was der Bach aber zu dieser Zeit noch gar nicht weiß. Er schlängelt sich einfach durch und hat noch keine Ahnung davon, was er in seinem Fließen alles erleben wird. Aber das ist eine andere Geschichte.

 

Wie Veränderung gelingt

Wachsender Konkurrenzdruck, schnelllebige Produktzyklen, ständig steigende Kosten, Digitalisierung und neue Geschäftsmodelle. Führungskräfte sind gefragt, neben dem Tagesgeschäft auch kontinuierliche Veränderungsprozesse umzusetzen.

Change Kompetenz ist zu einem strategischen Erfolgsfaktor geworden. Denn: Erfolgreiche Veränderungen passieren nicht „einfach so“ oder können rasch angeordnet werden. Es gibt auch keinen einzigen richtigen Weg oder Standard. Aber es gibt individuell gestaltete Maßnahmen, die aus einem reichen Werkzeugkasten der Modelle und Konzepte für jeden Anlassfall des Change Managements zusammengestellt werden können:

Situation und Umfeld analysieren und verstehen
Nicht nur in Krisenzeiten, sondern zumindest alle drei Jahre muss die Positionierung des Unternehmens gecheckt werden: Passen die Zielkunden und Leistungen, wie haben sich die Mitbewerber entwickelt, welche neuen Technologien gibt es, wie haben wir unser Marketing aufgebaut, wie hat sich die Kostenstruktur entwickelt und vor allem – welchen Trends wollen wir folgen und wie können wir unser Unternehmen danach ausrichten. Dass ein jährlicher Check der Prozesse, Strukturen und Aufgabenverteilungen nicht schadet, versteht sich von selbst.

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